«Angebote für Senioren» zum Zusammensein
Unter dem Titel «Angebote für Senioren» führte die Gemeinde Rümlang einen Mitwirkungsanlass durch, an dem die Teilnehmenden Ideen einbringen konnten. Der Nachmittags-Event wurde rege zum Austausch genutzt.
Der Anlass «Angebote für Senioren» der Gemeinde Rümlang war gut besucht. Bild rst
Unter dem Titel «Angebote für Senioren» führte die Gemeinde Rümlang einen Mitwirkungsanlass durch, an dem die Teilnehmenden Ideen einbringen konnten. Der Nachmittags-Event wurde rege zum Austausch genutzt.
Rümlang. Gemeinderätin Corinne Lee eröffnete den Anlass «Angebote für Senioren» mit einer Begrüssungsrede für die eingeladenen Einwohnerinnen und Einwohner von Rümlang im Alterssegment «60 plus». Lee betonte, dass Einbringung an diesem Anlass ausdrücklich erwünscht sei. «Wir wollen wissen, was Ihnen in Rümlang fehlt. Möchten Sie regelmässige Info-Anlässe? Oder beispielsweise regelmässige Jassrunden? Uns interessiert, was Sie gerne hätten. Der Anlass soll nicht einmalig bleiben und nicht in sich versanden.» Zahlreiche Ideen und Inputs wurden aufgenommen.
Die Besucher konnten sich hinterher für die Teilnahme an Arbeitsgruppen anmelden. Als Diskussions-Leiter, Sammler von Inputs oder als Impulsgeber fungierten die lokalen Leiter des Alterszentrums Lindenhof und der Spitex Rümlang sowie die Pfarrer der Reformierten und der Katholischen Kirche. Der reformierte Pfarrer Kurt Gautschi beispielsweise konnte gerade auch bei zunächst eher zurückhaltenden Seniorinnen den einen oder anderen Herzenswunsch oder besondere Interessen entlocken.
Eine Zuhörerin brachte bei ihm den Vorschlag eines Dia-Abends ein mit dem Bericht einer vergangenen Weltreise. Gautschi erklärte, dass an Senioren-Nachmittagen genau diese Abenteuer-Präsentationen tatsächlich auf sehr starke Resonanz gestossen seien.
Umsichtig dirigiert wurde die Veranstaltung von Emina Patkovic, Geschäftsfeldleiterin Gesundheit & Alter der Gemeinde Rümlang. «Das gemeinsame Essen, sei es ein Mittagessen oder gemeinsam kochen, scheint für viele ein grosses Bedürfnis zu sein. Es wurde sehr oft in verschiedener Form genannt», stellte Patkovic fest.
Sie betonte später, dass auch Veranstaltungen, die kulturelle Themen oder Wissenstransfer vermitteln, verschiedentlich und mehrfach genannt worden seien.
Es ist offensichtlich, dass auch über die Angebote von Pro Senectute (zum Beispiel Tanzen) hinaus die Nachfrage nach entsprechenden Begegnungs- und Aktivitäts-Möglichkeiten im Alter vorhanden ist. Kommunikation und Mobilität sind gefragt. Fahrdienst, Kurse zur (besseren) Smartphone- oder Computer-Nutzung, Ausflüge oder andere gemeinsame Aktivitäten, darunter beispielsweise auch die Gründung einer Senioren-Schwimmgruppe, Buchbesprechungen oder gemeinsames Singen, waren Vorschläge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. «Ein gemeinsamer Höck, sei es als Bistrohöck oder als Kaffeekränzli, wurde ebenfalls mehrfach angegeben», sagte Patkovic. Als bessere Orientierungsmöglichkeit und Wegweiser wurde beispielsweise die Kreation eines Mail-Newsletters mit entsprechenden Daten von Senioren-Veranstaltungen ins Spiel gebracht.
Denn Mail ist von den modernen Medien eine Kommunikationsform, über die fast alle Senioren verfügen. Eine entsprechende Agenda-Übernahme und Publikation durch den «Rümlanger» sei dann das Ziel, um zusätzlich auch noch jene Senioren abzuholen, die über keine Mailadresse verfügen oder ihre Post auf diesem Weg vielleicht übersehen haben. «Es ist ein Eröffnungsanlass und wir freuen uns auf eine Fortsetzung im vergleichbaren Rahmen», sagte Emina Patkovic.
Der Austausch mit Nachbargemeinden sei ein Aspekt, der noch Verbesserungs-Potenzial besässe, ergänzte sie. «Daran arbeiten wir. Grundsätzlich ist eine Teilnahme an einer entsprechenden Veranstaltung einer anderen Gemeinde aber immer möglich.»
Eine Vernetzung im gesamten Bezirk Dielsdorf sei mittelfristig das Ziel und auch ihre persönliche Vision zur Förderung der Gemeinsamkeit. «Die anderen Gemeinden müssen natürlich auch daran interessiert sein.»
Laut Patkovic ist der Zweck der Aktivitäten auch die Interaktion, also einer Vereinsamung und sozialer Isolation entgegenzuwirken. «Es kommt nicht darauf an, was gemacht wird, sondern, dass man zusammen ist und es miteinander macht.» Dies hätte sich während der Corona-Pandemie stark gezeigt. «Viele waren da einsam unterwegs. Die Spitex-Leute waren sehr oft die einzigen Kontakte für ältere Menschen in der ganzen Woche.»
Deshalb sähe sie es auch als gesellschaftliche Aufgabe, dass sich die Leute gegenseitig unterstützten. Denn die Nachwirkungen der Pandemie inklusive Lockdown hallten im zwischenmenschlichen Bereich noch heute nach. «Wir müssen wieder versuchen, uns zusammenzubringen», meint Patkovic. Sehr oft seien es nicht einmal die grossen Sachen. «Ich kann als jüngere Person fragen, ob ich beispielsweise beim Tragen der Einkaufstaschen helfen kann. Man muss nicht aufdringlich sein, sondern kann einfach fragen.»
Es sei gerade auch für Senioren wichtig, wahrgenommen zu werden, sich als Teil der Gesellschaft zu fühlen. «Wir alle können dazu beitragen, dass es uns allen besser geht», ist Emina Patkovic überzeugt.
Richard Stoffel
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